Probleme bei OLPC

Intel hat nach nur sechsmonatiger Mitgliedschaft seine Unterstützung für das “One Laptop per Child“-Projekt (OLPC) aufgekündigt. Nachdem sich die Entwicklung des ersten Modells “X0” so weit verzögert hatte, dass Intel in der Zwischenzeit mit dem “Classmate PC” ein Konkurrenzprodukt an den Start bringen konnte, hatte OLPC-Inititator Nicholas Negroponte Intel aufgefordert, den Classmate PC einzustellen. Intel will aber auch in Entwicklungsländern mehrere Produkte auf dem Markt sehen, mittlerweile gibt es neben dem X0 von OLPC und dem Classmate von Intel auch noch den Eee PC von Asus. Für Intel hat der Ausstieg keine Folgen, in den X0-Notebooks werden AMD-Prozessoren verbaut.

Derweil hat der Rechtsstreit zwischen OLPC und LANCOR in Nigeria eine negative Wendung genommen: Ein Gericht in Lagos hat eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung der Notebooks verhängt. LANCOR wirft OLPC vor, ein Patent des Unternehmens auf mehrsprachige Tastaturlayouts zu verletzen, bestehende Produkte kopiert und Software per Reverse Engineering kopiert zu haben. Die Forderungen belaufen sich auf 20 Millionen US-$. Einem Artikel auf Groklaw zufolge hat LANCOR aber bis jetzt nicht offengelegt, welche Patente genau verletzt werden sollen und wie sich die Schadenssumme zusammensetzt.