Debian Sarge: Nächstes Jahr wirds fertig!

So langsam nimmt Debian stable (Sarge) HURD-artige Züge an. Verschiebungen, Verschiebungen, Verschiebungen. Letztes Jahr im Herbst hätte alles fertig sein sollen, dann kam Dokumentation dazwischen welche nicht unter der GPL stand, schließlich Sicherheitsprobleme und jetzt auch noch DevFS. DevFS ist ein an sich schöner Weg, den /dev Baum nur mit den Device Nodes zu füllen, welche auch benötigt werden. Problem: Alle Kernel-Treiber müssen sich mittels spezieller Kernel-Funktionen um einen Eintrag ins DevFS kümmern, bei ungünstigen Aufrufreihenfolgen treten auch schon mal Race Conditions auf, und generell steht es auf der Abschussliste. Im 2.6er Kernel schon lange als “OBSOLETE” markiert, haben DevFS und der zugehörige Userspace-Dämon devfsd keinen Maintainer mehr. Der Code wird laut Aussage von Torvalds Mitte 2005 komplett aus dem Kernel entfernt werden.

Nun setzt aber der neue debian-installer für Sarge auf DevFS auf, und alle Sarge-Kernel nutzen es auch. Weil stable-Kernel bei Debian immer nur sicherheitsrelevante Patches erhalten, aber nie neue Funktionen, darf DevFS nicht einfach entfernt werden. Folge: Die Debian-Maintainer müssen den kompletten Support für DevFS übernehmen und es so lange weiter unterstützen, bis Sarge nicht mehr stable ist. Dauert das ähnlich lange wie bei Sarge, gibt es ein großes Problem. Die meisten anderen Distributionen setzen mittlerweile auf udev und haben das Problem nicht. Debian hat sich hier durch seine strengen Vorschriften ein Eigentor geschossen, zumal ich auch nicht verstehe, warum die letzten sechs Monate nicht für eine bessere Lösung verwendet wurden: das aufsplitten von GPL-Tools und deren Nicht-GPL-Dokumentation in verschiedene Packages hilft den Usern bestimmt viel mehr…

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