Buchkritik: Peer Heinlein, LPIC-1

Titel: LPIC-1 – Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute
Autor: Peer Heinlein
Sprache: Deutsch
Verlag: Open Source Press
Seitenzahl: ca. 350
Preis: 34,90 € (Empfehlung)
ISBN: 3-937514-21-X

Peer Heinlein dürfte vielen Open-Source-Interessierten bereits bekannt sein. Sein Unternehmen Heinlein Support bietet Dienstleistungen rund um Support und Ausbildung im Linux-Bereich an, daneben tritt Heinlein als Hoster auf. Peer Heinlein hat noch weitere Bücher geschrieben, darunter z.B. “Das Postfix-Buch”.

Der Autor beginnt das Buch mit einer recht gelungenen Einleitung (Frei übersetzt: “Wer noch nie mit Linux zu tun hatte, sollte die Finger von einer LPI-Zertifizierung lassen”) und arbeitet dann die vom Linux Professional Institute für den LPIC-1 vorgegebenen Themenbereiche ab. Dies geschieht stets in derselben Form: Der Leser wird mit insgesamt 130 fiktiven Beispielfragen konfrontiert und erfährt dann (falls nötig) in der Auflösung mehr über die Hintergründe. Eine kurze Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels listet auf, was vom Prüfling erwartet wird und welche wichtigen Pfade/Befehle er sich merken sollte. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich dabei erklärtermaßen an Administratoren, welche sich sowieso bereits selbst in die meisten Themengebieten eingearbeitet haben und nun vorab abklären möchten, ob das eigene Wissen für eine Prüfung ausreicht. Bei Prüfungsgebühren von 140 € pro Abschnitt durchaus gerechtfertigt.

Es ist zugegebenermaßen recht schwierig, ein gutes Buch zum LPI zu schreiben. Das vom Prüfling verlangte Wissen ist sehr breit gefächert und füllt schnell dicke Bände. Bei einem Umfang von nur 350 Seiten müssen deshalb gezwungenermaßen Abstriche gemacht werden, die Hintergrundinformationen liefern nur das Allernötigste. Das wurde immer dann besonders deutlich, wenn mir zum Thema sowieso kaum etwas bekannt war: Der LPI erwartet z.B. solides Grundwissen über den Druckserver LPR, ich habe mich aber (mangels Bedarf) noch nicht einmal näher mit CUPS beschäftigt. In solchen Fällen landet man dann sowieso wieder bei Manpages und HOWTOs im Internet und das Buch dient mehr als Hinweis denn als Hilfe. Fairerweise verspricht der Autor aber auch nichts Anderes.

Für fast 35 € erhält man gegenüber den Quellen im Netz keinen Mehrwert. Informationsseiten wie http://www.linux-praxis.de/ oder das LPI-Test-Portal unter http://www.lpi-test.de warten mit gleichwertigen Informationen auf und bieten teilweise auch gleich passende Links, Diskussionsforen, weiterführende Links oder gar einen Online-Prüfungssimulator – und das meist kostenlos.