Erstes Foto des Open Graphics Prototyps

Im Newsletter vom 10. Dezember hat die Open Hardware Group ein erstes Foto des aktuellen Open-Grpahics-Prototyps gezeigt. Das Board kommt mit zwei Dual-DVI-Ports, TV-Out, 256 MB RAM, PCI und einem 100-poligen Erweiterungsstecker. Ein Xilinx Spartan-3 XC3S4000 FPGA dient als GPU, ein Lattice XP10 FPGA als PCI-Interface. Traversal, ein von den Entwicklern gegründetes Unternehmen, wird die Prototypen fertigen lassen und vertreiben.

Der OGD1 genannte Prototyp weist ein ungewöhnliches Design auf. Als GPU dient nicht etwa ein ASIC mit festgelegtem Innenleben, sondern ein FPGA – der interne Aufbau dieser Schaltkreise kann beliebig rekonfiguriert werden, auch zur Laufzeit. Es ist daher möglich, ohne kostspielige Neuentwicklung fehlende Features nachzurüsten oder Fehler auszubügeln, solange das Endprodukt (in Form einer Hardware-Beschreibungsdatei) die Möglichkeiten des FPGA nicht überschreitet. Laut Aussage der Entwickler reicht die Hardware des Prototypen theoretisch aus um vier Monitore (bzw. zwei mit hoher Auflösung) anzusteuern, die Rechenleistung soll die einer Radeon 7000 übertreffen können, bei einem Stromverbrauch zwischen 18 und 23 Watt. Ende 2005 wurde der Stückpreis mit ca. 120 € angegeben.

Das Open Graphics Project arbeitet bereits seit zwei Jahren an einer Grafikkarte mit vollständig GPL-lizensiertem Design. Damit soll ein beschleunigter Open-Source-Desktop mit freien Treibern möglich werden, ein Punkt welcher bei den existierenden Lösungen (etwa von ATi/AMD und NVIDIA) immer wieder bemängelt wird. Beide speisen den Nutzer mit Binary Blobs ab.