FOSS-Ersatz für Flash

Keiner will es, alle finden es doof, aber eine wirklich bessere Lösung als Macromedia Flash ist auch mit SVG noch nicht auf dem Markt. Macromedia hat eines Tages zumindest ein Flash-Plugin für Linux freigegeben, welches allerdings schon seit einiger Zeit mit Versionsnummer 7.0r25 vor sich hindümpelt. Immerhin wurde ein Update auf die kommende Version 8.5 bereits versprochen. Nun gibt es aber auch schon seit einiger Zeit Bestrebungen, offene Flash-Player zu schreiben, etwa GPL Flash, GPL Flash 2 und andere. Gemeinsam war diesen manchmal der Code und meistens eine kurze Lebensdauer. Schließlich gibt es intern verschiedene Versionsnummern der Engine mit verschiedenen Features, und mindestens einer davon hat Macromedia sogar einen JIT-Compiler sowie ActionScript spendiert. Was mittlerweile vorhanden ist, sind brauchbare freie Flash-Entwicklungsumgebungen und ActionScript-Compiler, die c’t hatte in einer der letzten Ausgaben darüber berichtet.

Mit Gnash wollen die Free Software Foundation und PubSoft nun abermals den Schritt zum vollständigen Flash-Player/Plugin wagen. Kompatibel zu Flash v7 möchte man sein und behauptet, bereits über alle ActionScript-Klassen (wenn auch nicht alle Methoden derselben) zu verfügen. Schließlich wäre man damit endlich unabhängig von proprietären Plugins, so mancher schwärmt schon von einer Portierung auf Qt4 und andere Frameworks oder ein natives Firefox-Plugin. Freiheit kann nie schaden, richtig? Auch wenn man damit vielleicht auch ein proprietäres Format mit restriktiver Lizenz weiter im Markt festigt, statt einen Vorschlag für eine freie, standardisierte und bessere Alternative beim W3C einzureichen. SVG hat noch viel Raum für Verbesserungen.

Al Flash-Gegner interessiert mich das alles eigentlich herzlich wenig, aber Zack Ruskin merkt einige Dinge an: So ist Gnash wohl eine unter der GPL relizensierte Weiterentwicklung des Public-Domain-Flash-Decoders gameswf, wobei er allerdings das Wörtchen “Weiterentwicklung” noch nicht recht akzeptieren mag:

“(…) relicensing everything without making any substantial changes (…)”)

Auch einer Portierung auf ein anderes Grafik-Framework erteilt er eine Absage, weil Gnash einen eigenen, auf OpenGL basierenden Renderer verwende und eine Abstraktion große Änderungen am Code erfordere.

Zack’s Ausführungen enden mit einer aus meiner Sicht wichtigen Aussage: Ein Projekt, welches keinen anderen Nutzen hat, als ein bereits vorhandenes unter einer anderen Lizenz zu kopieren, hat von Anfang an verloren.