Neues ISDN-Subsystem für Linux

Nachdem es bisher mindestens vier Versuche gab, ein einheitliches ISDN-Subsystem für den Linux-Kernel zu entwickeln (Asterisk-Nutzer können ein Lied davon singen), geht Daniele Orlandi mit einem neuen Projekt an den Start: Versatile ISDN, kurz vISDN, soll mit einigen Problemen der bisherigen Implementierungen aufräumen. So sei etwa der EuroISDN-Standard angeblich falsch implementiert, was eine Zertifizierung verhindere. Außerdem sei die Implementierung viel zu kompliziert und schwer zu durchschauen.

Orlandi arbeitet bereits seit zwei Monaten an vISDN und hat einige Neuerungen eingeführt. Etwa kann der D-Kanal jetzt von mehreren Applikationen gleichzeitig genutzt werden, vISDN unterscheidet nicht zwischen PRI (Primärmultiplex-Anschluss) und BRI, und das Design folgt den ETSI-Vorgaben. Der Entwickler hat sogar an Patches für libpcap und Ethereal gedacht, mit welchen man ISDN-Traffic direkt analysieren kann. Einige Nachteile gibt es allerdings auch: vISDN wird es nur für Linux 2.6 geben, und in Ermangelung eines anderen Anschlusses für Testzwecke gibt es bisher nur Support für EuroISDN. Zumindest letzteres sollte sich aber recht einfach beheben lassen.