Kommentar: Add another database

Das Interweb ist um eine nutzlose Datensamlung reicher.

CompatDB.org ist im Endeffekt ein Feed-Reader für NTCompatible, LinuxCompatible und MacOSCompatible. Hinter allen vier Seiten steckt die österreichische “Esselbach Internet Solutions”.

Greifen wir mal wahllos einen Eintrag raus, Beispiel:

IBM ThinkPad R50e

Aha. Ein User hat ein IBM ThinkPad R50e mit Ubuntu Linux getestet, und seiner Meinung nach tut alles.

Wie beruhigend, das ist also zusammen mit Ubuntu das perfekte Linux-Notebook (volle Kompatiblitäts-Punktzahl). Ich kauf mir gleich mal eines.

Jetzt mal im Ernst.

In der dämlichen Datenbank steht nicht mal unter WELCHER Ubuntu-Version alles läuft. Es gibt nämlich keine. Dapper aktiviert z.B. laut anderen Quellen das SpeedStep nicht richtig, die CPU läuft ständig mit vollem Takt. Suspend/Resume funktioniert nur wenn das WLAN nicht aktiviert ist, und Suspend ist bei Ubuntu standardmäßig deaktiviert. Das Softmodem funktioniert nur mit einem kommerziellen Treiber mit voller Geschwindigkeit. Dasselbe mit Breezy.

In der Datenbank ist auch nicht verzeichnet, welche Version des R50e gemeint ist, wie bei fast allen Notebook-Serien gibt es auch hier Varianten innerhalb einer Seri. Das geht so weit, dass stellenweise Notebooks mit CPUs von verschiedenen Herstellern unter demselben Namen (erkennbar nur an der vollen Typenbezeichnung) verkauft werden, dann stimmt gar nichts mehr. In den meisten Fällen kann man dass selbe Notebook zumindest mit verschiedenen Displays (4:3, Wide) und GPUs (Intel, AMD/NVIDIA) kaufen. Dann entscheidet eine einzige kleine Komponente über 3D-Genuss oder 2D-Hölle.

Wenn eine solche Datenbank auch nur ansatzweise sinnvoll sein soll, muss die komplette Hardware-Liste samt PCI-IDs erfasst werden, man muss zu jedem möglichen Gerät eine Liste mit verfügbaren Kernel-Treibern pflegen, deren Status ständig verfolgen (“im Vanilla-Kernel seit x.y.z, Out-of-Tree, Aufnahme geplant für x.y.z” etc.), Howtos verlinken und so weiter. Alles andere ist Zeitverschwendung. Maschinelle Erfassung oder die Einbindung Freiwilliger ist bei so einem Projekt nur dann von Nutzen, wenn die Informationen weiter aufbereitet und auf Plausibilität geprüft werden. Tut man das nicht, kommt halt Quatsch raus wie beim Eintrag zu Scarface (ein Windows-Spiel) – woher weiß ich nun ob ein Kommentar wie “The game starts, menus and sound are OK but most of the game 3d objects are not displayed” nun dem Spiel oder der Installation beim User zuzuschreiben ist?